[geklärt] Was bedeutet der "IS-Faktor" ?

Allgemeine Informationen zum CHDK für Neueinsteiger

Was bedeutet der "IS-Faktor" ?

Beitragvon PeterWL » 08.01.2010, 13:55

Hallo zusammen,

ich verwende CHDK in einer SX200 IS und bin beim Durchforsten der verschiedenen Menüs unter der Rubrik "Benutzer-Auto-ISO" auf die Einstellmöglichkeit "IS-Faktor" gestoßen. Im CHDK-Handbuch wird erläutert, dass der dort eingestellt Wert Einfluss auf die Wirksamkeit des IS hat. Ein hoher Wert soll danach eine besser IS Wirkung aber längere Belichtungszeiten zur Folge haben...

Ích kann aber bei meiner SX200 beim Verändern dieses Werts keine Auswirkungen, weder auf die IS-Wirkung noch auf die Belichtungszeiten, feststellen. Daher die Frage: was bedeutet dieser IS-Faktor, wie wirkt er sich aus und wie kann ich die Auswirkungen bei meiner SX200 ggf. testen? Ich würde mich über Informationen dazu freuen. Vielen Dank!

Gruß Peter
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Beitragvon msl » 08.01.2010, 14:16

Hallo,

mit dieser Funktion kann man die Empfindlichkeit der Kamera-internen Bildstabilisierung in Verbindung mit der Benutzer-definierten Auto-ISO-Funktion einstellen.

Die Theorie besagt, dass sich die Verschlusszeit um so mehr erhöht, je effektiver die Bildstabilisierung arbeiten muss. Diesem Umstand kann man entgegenwirken, in dem man die ISO-Empfindlichkeit erhöht. Hierzu kann man im genannten Menü einige Vorgaben zur Ermittlung des ISO-Wertes machen.

Unterschiedliche Werte in der IS-Einstellung sollten sich dann im tatsächlich verwendeten ISO-Wert bemerkbar machen, vorausgesetzt, man benutzt die ISO-Automatik.

Ob das wirklich alles so wie in der Theorie angedacht funktioniert, kann ich nicht sagen, da ich diese Funktion nicht benutze und auch noch nicht getestet habe.

Gruß msl

P.S. Wenn Du mal Deine Signatur mit Deinen Kamera-Daten versehen würdest, müsstest Du auch nicht immer dazu schreiben, welche Kamera Du verwendest. ;)
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Beitragvon PeterWL » 08.01.2010, 14:53

Hallo,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Damit ist meine Frage erst mal beantwortet.

Schon beim ersten Lesen der Antwort ist mir aufgefallen, dass ich schon mal einen grundlegenden Denkfehler gemacht habe. Ich war nämlich der irrigen Meinung, dass sich der IS-Faktor Wert immer auf den IS auswirkt, also auch ohne die benutzerdefinierte Auto-ISO Funktion zu nutzen. Ich werde diese Funktion mal aktivieren und mit verschiedenen Werten testen, und dann nochmal die Auswirkungen des IS-Faktors betrachten.

Nochmals besten Dank für die schnelle Hilfe!

Gruß Peter

p.s.: auch Danke für den Tipp mit der Signatur ;)
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Beitragvon Woodstock » 15.08.2010, 22:39

Hallo,
so besonders geklärt ist das - zumindest für mich - nicht.
Die Erklärung ist irgendwie, naja, von hinten aufgezäumt. Es ist doch so (korrigiert mich ggf. bitte):
Wenn die Kamera IS hat (und dieses natürlich auch aktiviert ist), dann kann man damit theoretisch längere Verschlusszeiten freihand halten ohne zu verwackelten Bildern zu kommen, als ohne IS.
Deswegen führt aber das Vorhandensein einer IS nicht zu längeren Verschlusszeiten?! Diese hängen doch nur vom vorhandenen Licht, dem eingestellten Blendenwert und der eingestellten Empfindlichkeit ab.

Ich habe ausgiebig mit verschiedenen Werten für den IS-Faktor herumexperimentiert, genauso wie mit unterschiedlichen "Benutzer-Faktoren". Ein Einfluss dieser Werte auf die Auswahl bestimmter ISO-Werte bei Benutzen der Auto-ISO-Funktion war jedoch nicht feststellbar.

Sinn könnte es m.E. machen, wenn z.B. beim Erhöhen des IS-Faktors (je besser der IS arbeitet, umso höher - wobei sich aber die Frage stellt, wer das wie feststellen soll) oder des Benutzer-Faktors (je ruhiger die Hand, desto höher der Faktor) die Auto-ISO dazu tendieren würde, niedrigere ISO-Werte zu wählen, auf Kosten einer längeren Verschlusszeit. Dem ist aber ganz offensichtlich nicht so.

Weiss jemand näheres?

Gruß, Bernhard
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Beitragvon msl » 16.08.2010, 09:47

Hallo und willkommen im Forum.

Zunächst sollte man klären, unter welchen Bedingungen getestet wurde/wird. Die Benutzer-Auto-ISO-Funktion arbeitet nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Die Kamera darf sich weder im Tv-, M- oder Panoramaassistent-Modus befinden. Für den M-Modus gilt das nur für Kameras, bei denen in diesem Modus manuelle Verschlusszeiten eingestellt werden können.

Soll der IS-Faktor berücksichtigt werden, muss unter "Min. Verschlusszeit" [Auto] eingestellt sein. Der IS-Modus muss auf "Dauerbetrieb" oder "nur Aufnahme" eingestellt sein.

Schaut man sich nun im Quellcode (platform/generic/shooting.c Abschnitt Auto-ISO) die mathematischen Zusammenhänge an, kommt man einer Klärung der Funktion näher. Ich bin kein Programmierer und versuche es deshalb mal mit einer verkürzten Darstellung der mathematischen Beziehungen, so wie ich es verstehe. Es geht ja auch nur darum, wie sich die Faktoren auswirken.

Code: Alles auswählen
beeinflussender_Faktor = Brennweite * Benutzerfaktor / IS-Faktor * 1000


Dieser Faktor wird sich ausschließlich auf die Berechnung des ISO-Wertes aus.

Code: Alles auswählen
Ziel-ISO = ISO_aktuell * Tv_aktuell * beeinflussender_Faktor


Befindet sich der Wert für Ziel-ISO innerhalb der min./max. Grenzen, wird er ausgeführt. Ansonsten kommen die Grenzwerte zum Einsatz.

Zusammenfassend kann man sagen, Verringerung Benutzer-Faktor und Erhöhung IS-Faktor sorgen für niedrigere ISO-Werte.

Die Verschlusszeit ergibt sich dann aus folgender Beziehung:

Code: Alles auswählen
Ziel-Tv =   Tv_aktuell *  ISO_aktuell / Ziel-ISO


Das ist die Theorie. Ich persönlich habe den Benutzer-Auto-ISO-Modus bisher nur sehr wenig genutzt und kann deshalb keine praktischen Erfahrungen weitergeben.

Hier kann man die ursprüngliche englische Beschreibung dieser Funktion nachlesen.

Meiner Meinung nach lässt sich das nur bei Stillleben- und Landschaftsaufnahmen sinnvoll anwenden.

Und nach meinen Erkenntnissen verlängert der IS-Modus die Verschlusszeit. Schließlich braucht das System Zeit zum Arbeiten. Deshalb ist dieser Modus z.B. bei Sportaufnahmen u.ä. eher kontraproduktiv.

Gruß msl
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Beitragvon Woodstock » 16.08.2010, 11:17

Danke für die rasche Antwort!
Jetzt kommt schon etwas mehr Licht ins Dunkel :-)
Meine Tests wurden im von mir meist benutzten AV-Modus durchgeführt, allerdings hatte ich als minimale Verschlusszeit 1/15 vorgegeben. Dass sich die Faktoren nur bei "Auto" auswirken, wusste ich nicht. Ich probier´s demnächst nochmal.
Die "Rechenwege" scheinen schlüssig und leuchten mir ein.

Allerdings glaube ich nicht, dass das IS die Verschlusszeiten verlängert. Beide - Bildstabilisierung und Verschlusssteuerung - arbeiten ja unabhängig voneinander und "wissen" auch nicht, was der andere grade macht. Ist wie bei SLRs, da ist es dem Verschluss im Gehäuse auch völlig egal, ob vorne ein Objektiv mit Stabilisierung sitzt, oder nicht.
Wär ja auch irgendwie ein Unding, wenn´s anders wär :-)
Gruß vom Woodstock
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Beitragvon gehtnix » 16.08.2010, 18:56

Hallo,

mal nachgefragt, ist es nicht kontraproduktiv am IS rumzuschrauben?

Ich habe mich mal hier ein bisschen schlau gemacht. http://de.wikipedia.org/wiki/Bildstabilisierung

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Beitragvon msl » 16.08.2010, 19:28

Hallo,

am IS selbst wird nicht herumgeschraubt. Das geht auch garnicht. Es wird nur das Umfeld im Auto-ISO-Modus optimiert. Damit kann man dann den Versuch starten, Landschaftsaufnahmen u.ä. mit langen Belichtungszeiten "aus der Hand" zu machen.

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Beitragvon gehtnix » 16.08.2010, 20:05

msl hat geschrieben:..... kann man dann den Versuch starten
Versuch macht kluch ;)

Ein Stativ wäre wohl die bessere Lösung

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