DRI/HDRI Verfahren

DRI/HDR-Bilder, Zeitraffer, Bilder mit extremer Tiefenschärfe, Stereobilder

DRI/HDRI Verfahren

Beitragvon CHDKLover » 18.03.2008, 17:52

Hallo,
ich habe mich heute noch ein wenig weiter über die Erstellung von Bildern mit erhöhtem Dynamikumfang beschäftigt und wollte eine kurze Zusammenfassung meiner Erkenntnisse mal ins Forum posten.
Zu aller erst musste ich dazulernen, dass das, was ich bisher unter HDRI (High Dynamic Range Image) kannte, eigentlich ein DRI (Dynamic Range Increase) Bild ist. Mit Photomatix Pro kann man solche DRI-Bilder auf zwei unterschiedlichen Wegen produzieren. Der erste nennt sich "Exposure Blending" und ist eine, für meine Begriffe, sehr "saubere" Variante den Dynamikumfang eines Bildes zu erhöhen.
Exposure Blending funktioniert nach einem Bildüberlagerungsprinzip, bei welchem Masken für die Auswahl des Bildausschnittes sorgen. Konkret werden alle Bilder einer Belichtungsreihe überlappend (in verschiedenen Ebenen) geladen, wobei das hellste Bild zuerst geladen wird. Somit befindet sich das am stärksten unterbelichtete Bild auf der obersten Ebene. Nun werden durch eine weiche Auswahl alle unterbelichteten (schwarzen und fast schwarzen) Teile des Bildes von der Ebene entfernt oder durch eine starke Transparenz abgeschwächt. Dieser Vorgang wird rekursiv mit allen Ebenen durchgeführt. Somit entsteht zum Schluss ein Bild, welches viele Bild- und Detailinformationen enthält.
Nachteil dieses Verfahrens kann sein, dass durch die Überlagerung der Bilder hässliche Ränder entstehen können. Um dem Vorzubeugen kann sollte man eine Belichtungsreihe mit kleineren Schritten erstellen.
Bsp:
[center]Bild

Bild :leer: Bild :leer: Bild
[/center]

Die zweite Variante um ein DRI Bild mit Photomatix Pro erstellen kann heißt Tone Mapping. Dies ist die Rechenintensivste und Mathematsch aufwendigste Variante.
Grundzüge dieser Methode sind, dass die tatsächliche Helligkeit eines Bildpunktes der Quotient aus der Helligkeit eines Bildpunktes und der Belichtungszeit ist. Diese Gleichung kann man nun auf alle Bilder der Belichtungsreihe anwenden und die Ergebnisse gewichtet zu einer Summe addieren. Die Wuchtung hängt davon ab, wie aussagekräftig die Information die man aus dem Bild gewonnen hat ist. Werte, an denen der Punkt überstrahlt oder in der Dunkelheit ausläuft, werden dabei nur sehr gering gewichtet, während mittelhelle Werte stärkeren Einfluss haben (hohe Wichtung).
Nachteil hier ist, dass an ebenen Flächen, wie Wänden mit Maserung, ein 3D Effekt errechnet wird, der das Bild unwirklich wirken lässt. Außerdem kommt es meist bei dunklen Bereichen des Bildes zu unschönen Rauschen. Ich wende diese Methode eher für helle, Landschaftsaufnahem an, bei denen sich kaum Geometrische Körper befinden. Mit dem Tone Mapping Verfahren lässt dich lange herumspielen, und Bilder mit speziellen Stimmungen erzeugen.
Bsp:
[center]
Bild
[/center]

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Zuletzt geändert von CHDKLover am 06.11.2008, 10:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Gast » 23.04.2008, 16:23

hallo,
hab bei "belichtungsreihen ohne script" schon ähnliches gepostet. neu und ein wenig überwältigt hier.
also
empfehlung... wie kann/soll ich auf eine a serie ( a640) hab ich. am einfachsten eine belichtungsreihe erstellen?
danke
shiv
Gast
 

Beitragvon msl » 23.04.2008, 17:16

@shivaji

siehe hier. 8)

Bitte nicht doppelt fragen, das macht das Leben hier einfacher. ;)

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Beitragvon Gast » 24.04.2008, 11:09

sorry und danke! werd mich melden wenns was wird
shiv
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Beitragvon huzzel » 28.04.2008, 10:27

Wie stellt Ihr eigentlich Eure Kamera und die Bildbearbeitungsprogramme ein, damit Ihr solch tollen Ergebnisse bekommt??
Bei mir schaut das alles ein bissel naja aus :cry: :?
huzzel
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Beitragvon msl » 28.04.2008, 12:00

Die Kamera macht "nur" die Belichtungsreihe. Da gibt es keine besonderen Einstellungen. Es steht nur die Frage, wieviele Bilder in einer Reihe gemacht werden sollen.

Bei der Bildbearbeitung ist dann neben einem guten Programm (Photomatix ist sehr gut) Dein Geschick gefragt. Du kannst viel mit dem sogenannten Tone-Mapping herausholen.

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Beitragvon Kettmeister » 28.04.2008, 18:18

@ Huzzel

Hier sind mal die Source-Images des 2. HDRI. Ich mache die Bilder immer so, dass die hellste Stelle des Bildes optimal beleichtet ist. Dann verdoppel ich nach jedem Bild die Belichtungszeit (+1EV) bis die dunkelste Stelle des Bildes optimal beleichtet ist.


Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Mit dem Programm zum erstellen von HDRI's ist es, wie es msl gesagt hat. Wir haben auch ein Thema, wo es genau darum geht...
viewtopic.php?t=4


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Der erste Versuch

Beitragvon xyan » 26.05.2008, 02:24

Inspiriert von all den so unrealistisch bunten Bildern im Netz und auch hier in diesem thread hab ich mich mal daran versucht.

Das Ergebnis erinnert mich an eine Mischung aus Ölgemälde und Architektenentwurfszeichnung... naja auf jeden Fall etwas missraten, da die Bäume durch Wind und schlechte Überlappung sehr verwaschen sind und das Rauschen im Himmel ist auch etwas krass.

Vielleicht kann mal Jemand seinen Senf dazu abgeben und mir ein paar Tipps geben, wie man das Rauschen etwas minimieren kann?!

Hier das Endresultat :)
http://i25.tinypic.com/2qb4q60.jpg
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Beitragvon fe50 » 26.05.2008, 14:01

Hallo xyan,
sieht doch ganz interessant aus...
Mit welchem Programm hast du gearbeitet, wieviele Bilder mit welchem Belichtungsstufen (+- Ev), mit/ohne Stativ, ISO-Einstellung ?

Rauschen: Na ja, Bewegungen im Bild (Bäume, Wind) sind immer schlecht...
Das "HDR Alignment Tool" (Link) scheint einen Tick besser zu arbeiten als Photomatix Pro, hilft aber auch nur wenn der ganze Kasten wackelt...

Für HDR Aufnahmen sind möglichst schnelle Speicherkarten hilfreich, je schneller die Bilder hintereinander geschossen werden können desto besser...

Waren das evtl. RAW Aufnahmen oder war ein hoher ISO-Wert (oder AutoISO) im Spiel ?

Wie schauen die einzelnen Bilder aus bezgl. Rauschen ?

...Ganz am Ende bleibt dann leider oft nur noch kreative Bildbearbeitung :?
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Beitragvon xyan » 26.05.2008, 14:57

fe50 hat geschrieben:Hallo xyan,
sieht doch ganz interessant aus...
Mit welchem Programm hast du gearbeitet, wieviele Bilder mit welchem Belichtungsstufen (+- Ev), mit/ohne Stativ, ISO-Einstellung ?

[..]

Waren das evtl. RAW Aufnahmen oder war ein hoher ISO-Wert (oder AutoISO) im Spiel ?

Wie schauen die einzelnen Bilder aus bezgl. Rauschen ?

...Ganz am Ende bleibt dann leider oft nur noch kreative Bildbearbeitung :?


Hallo fe50,

habe mir zuerst Photomatix angeschaut, aber war nicht ganz so zufrieden (Ausrichtung war nicht die Beste), bin dann zu qtpfsgui übergegangen was leider meine erzeugten .tif's nicht wollte (abnormal Termination ): ). Also habe ich letztendlich mit jpg's arbeiten müssen.

Die Serie habe ich mit Stativ aus 15 Bildern in 1/3EV Schritten, ISO80 gemacht und dann nach Gefühl 3 (1/10 1/80 1/320s) ausgewählt.

Das Endresultat entstand dann aus 2 verschiedenen in qtpfsqui erzeugten Bildern.
pregamma_1_fattal_alpha_0.1_beta_0.8_saturation_1.5_noiseredux_0.1
pregamma_1_mantiuk_contrast_equalization_1_saturation_factor_0.8

Als Speicherkarte nutze ich EMTEC's, als 133x gekennzeichnet, die laut Benchmark auf 10mb/s (RAW) und 6-9 mb/s (64K) kommen, also daran sollt es nicht liegen. Vielleicht sollte ich die Schrittweite vergrößern und mit +-1EV arbeiten. Die Qualität hat sicherlich durch die Verwendung von jpg's gelitten (geringe Farbtiefe/Kompression), also sollte ich zunächst mal herausfinden mit welchem unkomprimierten Format qtpfsgui am besten, oder besser überhaupt, läuft (:
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Beitragvon Erich » 01.08.2008, 07:19

Ein, in meinen Augen, sehr schönes Programm ist "Fix-Foto". Ob "DRI", RAW-Bearbeitung und jegliche Bearbeitung von Digital-Fotos. Bevor ich es gekauft habe(35,-€), konnte ich es ausgiebig testen.
Ich bin so überzeugt von dem Programm, dass ich alle anderen Tools und Freewareprogramme sofort gelöscht habe. Ich arbeite/bastle nun mit der Kombination Fix-Foto und Photoshop 7.0.
Erich
 


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