Sync von 50 Kameras funzt nicht, warum?

Kamera-Hardware, Selbstbaufernbedienung und sonstige Hardware-Erweiterungen

Re: Sync von 50 Kameras funzt nicht, warum?

Beitragvon Karmaschinken » 03.08.2013, 22:38

Hallo Werner, danke für deine Antwort. Es ist nicht so, dass ich 50 Festspannungsregler einsetze, sondern einen. Wie Belichter hier ja schrieb, zieht seine Kamera ca. 0,4mA beim Auslösen. Ich gehe davon aus, dass meine Kameras ähnlich liegen, selbst bei einem mehrfachen dürften die jetzigen 1A also ausreichen, oder? Mir erscheinen 10A auch für 50 USB-Ports sehr großzügig gerechnet, oder?

Mir wurde im Elektronikerforum gesagt, es sei bei 50 Netzteilen normal, dass sich ein Potential aufbauen könne, es sei weder gefährlich noch bedenklich. Perspektivisch werde ich aber auch die Stromversorgung der Kameras zentralisieren.

Die USBs der Kameras werde ich Montag direkt mit einem dezidierten Netzteil versorgen, also ohne Festspannungsregler. Ich schaue mal, wie sich das dann macht.

Lieben Gruß. Martin
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Re: Sync von 50 Kameras funzt nicht, warum?

Beitragvon Belichter » 03.08.2013, 23:52

Hallo,

Schutzklasse II Netzteile sind am Symbol auf dem Netzteil erkennbar. Schutzklassen
Ein solches Netzteil kann ein ganz leichtes Kribbeln auf der Haut bei Berührung der Niederspannungsstecker hervorrufen.
Das ist auch schon bei einem Netzteil so.
Mehr darf aber an Deinem Aufbau keinesfalls auftreten. Das wäre auch ein Haftungsrisiko.

Die genannten Netzteile können natürlich auch kaputt gehen, deshalb prüft man sie nach BGV A3, dass macht Dir eine Elektrofachkraft,
die kann auch Deinen Gesamtaufbau begutachten.

Die Kameraversorgung würde ich nicht zentralisieren. Es fallen mir nur mehr Nachteile als Vorteile ein.
Das würde ein ziemlich fettes Netzteil werden.
Geht ein Netzteil kaputt stirbt nur eine Kamera, bei der Zentralversorgung möglicherweise alle.
Die Verdrahtung der Kameras muss gut überlegt sein.

Dann noch mal zur USB-Verschaltung:
Es gibt sicher Toleranzen bei den Kameras, die sind aber nicht genauer beziffert. Du solltest Dich also bei 5V aufhalten.
Ein einstellbares Netzteil kann im rauen Betrieb schnell den SuperGAU auslösen.
Der Spannungsregler braucht mindestens zusätzliche Kondensatoren an Ein- und Ausgang (gegen Masse), meist findet man Beispiele im Datenblatt.
Ich empfehle die Funktion messtechnisch zu prüfen, es findet sich bestimmt jemand, der Dir behilflich ist und über Messmittel verfügt.

bis dann
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Re: Sync von 50 Kameras funzt nicht, warum?

Beitragvon Karmaschinken » 04.08.2013, 11:08

Hallo Belichter, vielen Dank.

Nachdem das System geerdet ist, ist das Problem, dass man eine gewischt bekommt, vollständig behoben. Deinen Einwand gegen die Zentralisierung der Netzteile kenne ich, ich bin da auch eher unsicher, was ich machen soll. Oberste Priorität ist die Synchronisierung der Kameras, wenn es nötig sein sollte, dass die Versorgung zentralisiert wird, muss ich das machen. Wobei ich - allerdings als elektrotechnischer Laie - davon ausgehe, dass mit dem Ableiten des Potentials über die Erdung das Potential auch keine Rolle mehr spielen sollte?

Das einstellbare zentrale Netzteil für das USB-Signal kann natürlich ein Supergau werden, da hast du recht. Das war auch ein Grund, warum ich überhaupt einen Festspannungsregler eingebaut habe. Bitte, kannst du mir nochmal was zur Auslegung des Reglers sagen? Ist es möglich, dass der doch unterdimensioniert ist? Werner bringt mögliche 100mA je Kamera ein, du nennst 0,4mA.

Zu den Kondensatoren: Ich will nochmal das Phänomen beschreiben, das ich hatte, als ich die Spannungsversorgung auf 7 Volt hatte, damit läuft der Arduino, aber der Festspannungsregler braucht ja die zusätzlichen 3 Volt, um arbeiten zu können. Als ich also mal versehentlich 7 Volt anliegen hatte, waren die Kameras vollkommen asynchron. Manche lösten auch überhaupt nicht aus. Das könnte doch ein Hinweis auf die Ursache sein?

Und nun lese ich nach deinem Hinweis auch anderswo, dass bei einem Festspannungsregler in jedem Falle Kondensatoren eingesetzt werden müssen, um eine gleichmäßige Spannung zu erhalten. Dein Einwand mit den Kondensatoren erscheint mir also sehr wichtig und ich möchte das in jedem Fall umsetzen. Was brauche ich dazu?

Aber noch bevor ich das angehe: Wie wäre es denn, wenn ich die USB-Versorgung testweise mal über Batterien herstelle? Wenn es damit liefe, könnte ich doch schon mal erkennen, was die Ursache ist. Nun wird in der DIY-Bauanleitung für einen Remotetrigger die Knopfzelle CR2032 benannt, mit 3 Volt. Ich könnte doch also die 50 Kameras mit zwei oder drei AA-Batterien auslösen, wäre das mal sinnvoll? Wäre es vielleicht sogar als letztendliche Lösung sinnvoll, das auf Batterie auszulegen? Das Array wird u.a. auch an (sehr guten Inverter-) Generatoren betrieben, vielleicht ist da der Strom ja (trotzdem) nicht ganz sauber?

In jedem Fall will ich mal den Festspannungswandler mit Kondensatoren versehen, wie du es vorschlägst. Ist der MC7805CT überhaupt der richtige?

Im Datenblatt des Spannungsreglers ist als "Standard Application" eine Verschaltung gezeigt: Klick. Oder hier mit einem Elko: Klick Wie mache ich das?

Vielen Dank für deine Mühen!
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Re: Sync von 50 Kameras funzt nicht, warum?

Beitragvon msl » 04.08.2013, 11:47

Karmaschinken hat geschrieben:Hmja, das hatte ich befürchtet. Was sollte auch großartig optimiert werden an einer Funktion, die auf das Abfallen eines Pegels hin eine andere Funktion ansteuert. Wie auch immer, ich habe von Werner Bloos den Tip bekommen, erstens auf SDM umzusteigen und zweitens mit 6 statt mit 5 Volt zu arbeiten.

Das hast du falsch verstanden. Nur die letzte Änderung war rein kosmetischer Natur. Der Programmteil für die Remote-Funktion wurde zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt völlig neu geschrieben. Du kannst auch gern Rücksprache mit waterwingz aus dem internationalen CHDK-Forum halten. Er hat das Projekt der Neuordnung der Remote-Funktion in der Hand gehabt. U.a. kann auch eine spezielle Debug-Funktion aktiviert werden (spezielles CHDK-Build notwendig), mit der man die gesamte Remote-Funktion überwachen kann.

Auf SDM würde ich mich da nicht verlassen. Keiner weiß, wie der gegenwärtige SDM-Code aussieht. Demzufolge sind zu Problemen auch keine Schlussfolgerungen möglich. Auch wenn SDM auf hohe Synchronisation spezialisiert ist, bist du mit CHDK wesentlich flexibler. Denke nur an die umfangreichen Skriptmöglichkeiten. Da ist SDM eingeschränkt.

Die Aussage, 6 Volt statt 5 Volt zu verwenden, ist sehr bedenklich. Das widerspricht den Spezifikationen und könnte zu Beschädigung der Kameras führen!

Da die Diskussion nicht wirklich ein CHDK-Problem aufwirft und es eher um spezialisierte Hardware-Anwendungen geht, habe ich den Thread in die Technikecke verschoben.

Gruß msl
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Re: Sync von 50 Kameras funzt nicht, warum?

Beitragvon Karmaschinken » 04.08.2013, 13:18

Vielen Dank msl. Ahaaa! Ich hätte zwar eh das neue CHDK installiert, aber jetzt steigen denn doch meine Erwartungen! :-)

Ich habe mich mit SDM noch nicht beschäftigt, meine völlig unbegründete Ahnung war, dass es so etwas wie eine Erweiterung von CHDK ist. Das Scripting von CHDK ist für absolut essentiell, es sorgt vor allem für die gleiche Parametrisierung der Kameras, speziell mit den Overrides.

Danke für den Tip mit waterwingz, ich funke ihn mal an! Gruß aus Berlin....
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Re: Sync von 50 Kameras funzt nicht, warum?

Beitragvon Belichter » 04.08.2013, 14:55

Die 0,4mA bei USB Auslösung hatte ich gemessen.
Den Spannungsregler halte ich für ausreichend, nachmessen ist besser, ich kenne Deine Kamera(s) nicht.

Welchen Arduino benutzt Du?
Und wie ist der Anschluß um USB zu schalten ausgeführt?

Die Kondensatoren haben mit der Stabilität der erzeugten Spannung zu tun.
Sie müssen so nah wie möglich an die Anschlüsse des Spannungsreglers gelötet werden.
Auf der Eingangsseite (hast Du ja bereits eine stabilisierte Spannung,) 330nF einbauen.
Auf der Ausgangsseite 100nF.
Für solche Basteleien gibts Lochrasterplatinen, damit bekommt man das stabil aufgebaut um es in ein Gehäuse zu bauen.

Der Link beschreibt Hintergründe, die Kondensatoren reichen erstmal.

Das mit den Batterien zu testen finde ich gut, meine USB-Auslösung benutzt 3x1,5V AA Zellen.
Nachmessen mit einer Last von 50 Kameras würde ich trotzdem.

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Re: Sync von 50 Kameras funzt nicht, warum?

Beitragvon Karmaschinken » 04.08.2013, 15:37

Hallo Belichter,

ich benutze einen Arduino UNO. Der macht gleich mehrere Sachen: Er zählt über einen Piezzo das Motiv ein, damit man weiß, wann man in die Luft springen muss, er sammelt das Funksignal des Auslösers ein, er schaltet für den Fall, dass geblitzt wird das Arbeitslicht (Baustrahler) aus und an, er steuert auch eine mitlaufende DSLR an, und natürlich stellt er die besagten 5-Volt-Flanken bereit. Das alles wird mit festen Delay-Zeiten gemacht. Der USB-Port wird dabei über einen Optokoppler geschaltet. Alles das ist bereits auf einer Lochrasterplatine.

Gut, ich gehe also morgen oder ümorgen (muss ja erst die Bauteile besorgen) die Kondensatoren-Sache an, im Moment spiele ich gerade die neue CHDK-Version auf die Karten. Was meinst du mit "Nachmessen mit einer Last von 50 Kameras"? Wie genau mache ich das. Ich bin ziemlicher Laie in Sachen Elektronik, ich habe zwar einen Lötkolben, den kann ich auch einigermaßen benutzen, und ein Voltmeter, bei dem mir einige Funktionen einigermaßen klar sind, aber so wirklich wirklich kenne ich mich leider nicht aus. Wie also messe ich die Last bei 50 Kameras?

Danke dir sehr!
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Re: Sync von 50 Kameras funzt nicht, warum?

Beitragvon waterwingz » 04.08.2013, 15:59

The USB remote code was completely changed in the international version at rev 1568. As far as I know, SDM uses the original USB remote sync code - which is what Karmaham had in his cameras before to updating to the latest version of CHDK. I've received a personal message from him and will respond with some additional questions and ideas. I will report back here if there was any CHDK solution to his problem.
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Re: Sync von 50 Kameras funzt nicht, warum?

Beitragvon Belichter » 04.08.2013, 17:58

Hallo,

Nachmessen mit einer Last von 50 Kameras würde ich trotzdem.


soll bedeuten:
alle Kameras sind angeschlossen und aufnahmebereit.

Pluspol des Spannungsmessgerät am Ausgang des Spannungsreglers anschließen.
Minuspol an Masse/Minus.
Meßwert beobachten.
Kameras auslösen.
Der Wert soll nicht oder nur geringst einbrechen.

Dasselbe kann man auch am kameraseitigen Ende durchführen. Mit einem Adapterstück am USB-Stecker, wo die Leitungen zugänglich sind, geht das wahrscheinlich einfacher.

Für die Beurteilung beim Auslösevorgang wäre ein Analoges Instrument oder ein Oszilloskop vorteilhaft aber erstmal nicht zwingend nötig.

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Re: Sync von 50 Kameras funzt nicht, warum?

Beitragvon Karmaschinken » 04.08.2013, 21:37

Aha! Alles klar, wird probiert/gemacht/getan. Derweil bekomme ich Hilfe aus dem internationalen Forum von eben besagtem waterwingz (danke msl!). Dort wurde vor einiger Zeit ein Stück Software realisiert, das die Remote-Funktion in Sachen Sync wohl erheblich verbessern soll. Allerdings ist das bisher nur für S95 realisiert. waterwingz baut den Code nun freundlicherweise für mich ein und schickt mir dann eine Testversion von CHDK. Bin mal gespannt. Er ist jedenfalls der Meinung, dass mit dem bisherigen Sync Ausreißer von 50ms normal seien. Es ist jetzt die Frage, ob das bei mir +-50ms sind oder nicht.

Wie auch immer, ich hofffe, dass ich durch die vorgeschlagenen Verbesserungen in Sachen Stromversorgung und CHDK-Version zu einer akzeptablen Synchronisation komme, sonst bleibt mir nur das Blitzen, und das wäre sehr schade...

Gruß und danke an euch alle!

-- 04.08.2013, 22:10 --

Ich habe bei dieser Gelegenheit mal noch ein andere Frage. Im internationalen Forum wird ein Rig vorgestellt, das zwar mit CHDK läuft, aber dennoch das sofortige Auslesen aller Daten ermöglicht, außerdem die Konfiguration per zentralem Rechner. Ich frage mich nun, wie das wohl läuft. Sind die Kameras aller per PTP angeschlossen und werden die so ausgelöst? Das wäre ja fantastisch! Endlich könnte ich die SD-Karten weglegen und hätte, noch viel besser, einen zeitnahen Download der Dateien. Aber ob es wirklich möglich ist, 50 Kameras gleichzeitig an USB zu halten und dann auch noch gleichzeitig über USB auszulösen? Hmhmhmhm... Mag jemand dazu mal was sagen? 8)
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Re: Sync von 50 Kameras funzt nicht, warum?

Beitragvon msl » 04.08.2013, 22:54

Zum Thema PTP hatten wir schon auf deine frühere Frage ein paar Sätze geschrieben: viewtopic.php?p=27904#p27904 ff

Mal abgesehen von der synchronisierten Aufnahme ist das Projekt chdkptp in der Lage, alle organisatorischen Aufgaben zu übernehmen. Wenn du es irgendwie schaffst, eine gezielte USB-Verbindung zu jeder einzelnen Kamera herzustellen, stehen dir alle Möglichkeiten offen.

-Du kannst Skripte vom PC aus an die Kamera senden und ausführen lassen.
-Du kannst Dateien hin- und herkopieren.
-Du kannst die vorgenannten Möglichkeiten per Batch steuern.
-Du kannst ein Live-Bild für Kontrollzwecke übertragen.

Ich könnte mir u.a. folgendes Szenarium vorstellen:

Dein Rig ist eingerichtet. Die Kameras erhalten alle nacheinander via PC ihre Ausgangsdaten (Zoom, Belichtungszeit u.s.w). Dann erfolgt die synchronisierte Fotosession. Anschließend werden wieder alle Kameras via PC angesprochen, indem das zuletzt gemachte Foto jeder Kamera abgeholt, zwecks Zuordnung umbenannt und an gewünschtem Ort gespeichert wird.

Mit CHDK und PTP-Verbindung ist heutzutage sehr viel möglich. Mit der neuesten Entwicklung können sogar Fotos direkt ohne den Umweg SD-Karte auf den PC gespeichert werden. Diese Funktion ist aber aufgrund der Synchro-Problematik für das Rig nicht unbedingt geeignet.

Ich denke, die größte Aufgabe ist, die 50 USB-Verbindungen gezielt zu kontrollieren.

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Re: Sync von 50 Kameras funzt nicht, warum?

Beitragvon Werner_O » 05.08.2013, 23:09

Hallo Karmaschinken,

Belichter schrieb:
Die 0,4mA bei USB Auslösung hatte ich gemessen.

Das wusste ich nicht. Bei so kleinen gemessenen Stromstärken bei der USB-Ansteuerung sollte Dein 1A Festspannungregler locker für alle 50 Kameras ausreichen, selbst wenn Deine Kameras gleich das 2,5-fache (also jeweils 1mA) pro Kamera ziehen sollten, was dann in der Summe schlappe theoretisch nötige 50mA ergeben würde.

Der Link beschreibt Hintergründe, die Kondensatoren reichen erstmal.

Zum genannten Link möchte ich ergänzende Infos einfügen, weil die dort beschriebene "Standard-Beschaltung" eines Festspannungsreglers für die Verwendung an Canon-Kameras und den gewünschten Einsatzzweck nicht ideal ist.

Jetzt der Reihe nach:

1. Für einen Festspannugsregler gilt nur der obere Teil der dargestellten Grafik, siehe:
Bild
(Die untere Bildhälfte der im obigen Link gezeigten Grafik ist nur für einstellbare Spannungsregler von Interesse)

2. Die im Schaltplan gezeigte Diode D (D1 = 1N4002) wird nicht gebraucht, weil der USB-Port der Kameras keine Spannung sendet.

3. Falsch im Bild ist auch die gezeigte Anschluss-Reihenfolge von C2 (1uF) und C3 (100nF):
Es ist nämlich C3 (100nF), welcher möglichst nahe an den Pins des Festspannungsreglern verlötet werden sollte! Es ist nämlich genau dieser Kondensator, welcher den Festspannungsregler stabilisiert.
Dabei sollte man auch unbedingt pingelig aus saubere Lötstellen achten.

4. Für sowohl C1 (330nF) als auch C3 (100nF) müssen unbedingt Folienkondensatoren eingesetzt werden!
Folienkondensatoren vom Typ "MKT" sollten eigentlich ausreichen, besser sind aber die Typen "MKP", die nur unwesentlich teurer sind.

5. Wichtig:
Mir erscheint es sehr sinnvoll, den Kondensator C2 (vom Typ Elko = Elektrolyt-Kondensator) von 1uF auf mindenstens 100uf zu erhöhen.
Der wirkt dann wie ein zwischengeschalteter Akku, aus dem die 50 Kameras beim Auslösen, was ja zumeist nur max. 200msec dauert, ihren Strom ziehen können, ohne dass die USB- Spannung zu sehr absackt und somit im regulären Bereich bleibt.
Der verwendete Spannungsregler lädt diesen Elko dann anschließend nur noch nach für die nächste Aufnahme, ist bei der eigentlichen Aufnahme so aber nur Nebensache.

6. Hier mal mein Ersatzschaltplan:
Bild

7. Desweiteren müssen Spannungsregler normalerweise über Kühlkörper gekühlt werden, um ihre maximale Leistung erbringen zu können. Das übliche Gehäuse für Spannungsregler dieser Leistungs-Klasse ist TO-220, wofür es auch sepziell angepasste Kühlkörper gibt.

8. Dabei muß man aber unbedingt beachten, dass viele Spannungsregler auf der zu kühlenden Seite stromführend sind! Erst durch Isolator-Glimmerscheiben zwischen der Rückwand des Spannungsreglers und des Kühlkörpers kann verhindert werden, dass nicht auch der verwendete Standart-Kühlkörper spannungsführend wird und Kurzschlüsse erzeugen könnte.

Fazit:
Mal eben so kann man selber keinesfalls ein Netzteil aufbauen. Dazu gehören u.a. auch ausreichende Lötkenntnisse, um etwa "kalte Lötstellen" (Lötstellen mit schlechtem Kontakt) unbedingt zu vermeiden.

Last not least:
Ich kann Dich aber nur nochmals davor warnen, bzgl. Auslösung via USB die genormten 5V zu überschreiten.
Das könnte schlimmstenfalls verheerende Folgen haben, was bei 50 Kameras dann schon sehr teuer werden könnte.

Liebe Grüße
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Re: Sync von 50 Kameras funzt nicht, warum?

Beitragvon wbloos » 06.08.2013, 11:23

Also ihr macht das ja sowas von kompliziert - mit Spannungregler hin und her - für die Auslösung der Kameras (auch bei 50 Stück) reichen 2 Knopfzellen CR2016 a 3V = 6V - man könnte die 6V auf ca 5,1V mit 2 Normaldieoden (1N4148) in Reihe geschaltet runterdrücken (normalerweise wären es ja 1,4V da aber keine Last dran hängt (wie hier schon geschrieben zieht eine Kamera beim Auslösen kaum Strom) sinkt die Spannung nur auf 5,1V). Bei langen Kabeln und 50 Kameras würde ich aber bei den 6V bleiben (also Dioden rausnehmen) um dem Spannungabfall des Kabelwiederstandes in Grenzen zu halten (bei einigne KAmeras darf die Spannung für einen externen Auslöser nicht unter 4,5 V fallen). Die 6V am USB Port sind deshalb unkritisch weil über den USB Port keine Versorgungsspannung läuft - die Kamera wird hier nicht mit Strom versorgt. Die Kameras werten nur die Spannung am USB Port aus, um normalerweise in den PLAY Modus zu schalten um die Bilder an einen PC zu übertragen - am V+ Eingang am USB Port der Kameras ist eine Transistorschaltung eingebaut die das Anliegen einer Spannung schaltet um eben die Umschaltung zum Übertragen zu machen. Wegen der vorhandenen Transistorschaltung sind die 6V statt 5V völlig unkritisch - sofern überhaupt an den Kameras bei langen Kabeln 6V ankommt.

Ich würde also an Deiner Stelle das Netzteil für das Auslösen der Kameras weglassen und auf Knopfzellen wechseln (ist auch handlicher als hier ein eigenens Netzteil zu verwenden)

Was SDM angeht will ich noch anmerken (weils hier erwähnt wurde) dass man mit SDM sehr wohl alle CHDK Skripte verwenden kann (µBasic wurde bei SDM sogar um einige Befehle erweitert um die Speziellen Einstellungen und Funktionene für Stereoskopie abzudecken) also sehe ich nicht wo der Große Vorteil von CHDK zu SDM ist, auch wurden bei SDM etliche unwichtige Funktionen vom überladenen CHDK gestrichen. SDM ist auf die synchrone Auslösung von zwei oder mehr Kameras getrimmt und optimiert - auch wurde bei der aktuellen SDM Version bei einigen Modellen die Synchronität nochmals deutlich verbessert indem ein sogenannter 'precision Synch' Code eingebaut wurde. Ohne den precision synch code sollten die meisten (es gibt Ausnahmen z.B die SX220/230 oder S100) Kameras bei durchschnittlich 1/8000s (oder besser) Asynchronität liegen - mit precision synch code verbessert sich die Synchronität um gut 40%-50% - die SX220/230 und S100 brauchen dringed den precision synch code um in akzeptable Synchronbereiche um 1/8000s zu kommen.

In der aktuellen SDM Version testen wir grade die Synchronisation von Video über ein zusätzliches Synchronkabel (der einen Fototransister beinhaltet un zwischen dem USB Stecker und der rechten Kamera gesteckt wird) der den Timer einer Kamera (der rechten Kamera) an die andere (rechten Kamera) anpaßt (ähnlich einem Genlock) und so auch Video sehr sychron (Beispiel S95: 1/8000s Asynchronität im Durchschnitt) aufnehmen kann.

Gruß
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Re: Sync von 50 Kameras funzt nicht, warum?

Beitragvon Karmaschinken » 11.08.2013, 01:49

Hallo Werner und Werner und alle anderen Forenten.

Vielen Dank für eure Beiträge, ich bin jetzt allerdings etwas verwirrt. Wenn SDM in Sachen Sync optimiert ist und Scripts laufen - ich verwende allerdings LUA, das würde ich aber auch jederzeit ändern, wenn es nötig ist -, dann scheint mir das eine gute Sache. Was wären die Nachteile von SDM? Das was Werner hier in Sachen Video schreibt, das wäre wahnsinnig interessant für mich.

Ich habe jedenfalls mal die Kondensatoren gekauft, allerdings bin ich noch nicht dazu gekommen, die Sache zusammenzulöten. Die Knopfzellenlösung werde ich auf jeden Fall testen, ich hoffe, ich finde endlich mal die Zeit. Andererseits will ich auch nicht hilflos rumstochern und alles mal ausprobiert haben, insofern ist es mir ganz recht, wenn ihr Spezialisten euch hier erstmal zum Thema äußert. Nochmal ganz herzlichen Dank dafür!
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Re: Sync von 50 Kameras funzt nicht, warum?

Beitragvon Karmaschinken » 14.08.2013, 22:01

Von waterwingz aus dem internationalen Forum habe ich interessante Infos bekommen. Er schreibt, dass eine zuverlässige Synchronisation bisher gar nicht wirklich möglich war, sondern erst seit wohl kurzem eine Lösung da ist. Das Problem sei folgendes: Wenn die 5 Volt abfallen, reagiert zwar der Interrupt darauf, aber die Auslösung wird trotzdem verzögert. Es wird angenommen, dass die Kamera erst auf das Aktualisieren des Bildschrims wartet und möglicherweise auch auf einen Videotakt, wenn ich das richtig verstanden habe. Dadurch kommen Verzögerungen zustande. Die Lösung sieht so aus: Nach dme Abfallen der 5 Volt wird nicht, wie bisher, sofort die Auslösung gestartet, sondern ein fixes Delay abgewartet, das die Dauer, die die Kamera benötigt, um tatsächlich fotografieren zu können, überschreitet. Während dieses Delays wird nun gemessen, wie lange es gedauert hat, bis die Kamera tatsächlich bereit war. Die Dauer, die die Kamera benötigt hat, um frei zu werden, wird nun von der fixen Zeitspanne abgezogen und nun nochmals gewartet. Auf diese Weisew sollten nun tatsächlich alle Kameras vollkommen synchron auslösen.

waterwingz nennt das einen "precision mode", der nun auch für meine Kameras portiert wurde. Mich würde interessieren, ob diese Herangehensweise technisch derjenigen von SDM entspricht. Oder wie ist das in SDM gelöst?

Ich werde, sobald ich Luft habe, Tests mit der neuen Software machen und hier die results posten.

Gruß! Martin...
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