Funk-Türklingel - CHDK löst mehrmals aus

Kamera-Hardware, Selbstbaufernbedienung und sonstige Hardware-Erweiterungen

Re: Funk-Türklingel - CHDK löst mehrmals aus

Beitragvon Werner_O » 14.05.2014, 22:18

Hallo Udo,

gestern war zu stressig wegen Besuch, darum erst heute weitere erklärende technische Infos.

Ein Brückengleichrichter besteht aus vier Dioden, und die bewirken halt einen Spannungsabfall, wie ich schon geschrieben hatte.
Ein aus vier Schottky-Dioden "selbstgelöteter" Brückengleichrichter könnte zwar den Spannungsabfall um ~ 0,3 Volt verringern, aber das scheint ja nicht Dein eigentliches Problem zu sein.
Dein Problem ist m.E. der zu groß gewählte Wert für den Kondensator.

Um das zu verstehen, solltest Du Dir zunächst die Funktionsweise eines Brückengleichrichters ansehen (siehe hier).
Entscheidend bei dieser Darstellung ist die Spannungskurve am Ausgang: Der Gleichstrom wird "pulsierend" ausgegeben mit sich ständig ändernden Volt-Werten und regelmäßigen Null-Durchgängen.
Damit kommt ein USB-Port aber nicht klar.

Um aus diesem pulsierenden Gleichstrom eine ausreichend konstante Spannungsquelle für den USB-Port zu machen wird der zusätzliche Kondensator benötigt:
Der "glättet" dann den pulsierenden Gleichstrom durch seine puffernde Wirkung, sodaß am USB-Port nun nur noch eine (zumindest halbwegs) konstante Spannung ankommt.
Hier das um den Kondensator erweiterte Schaltbild mit der resultierenden Spannungskurve (idealisiert dargestellt!):
Bild

Bezüglich der Größe des Kondensator gibt es nun aber einen Interessenkonflikt:
Auf der einen Seite muß er groß genug sein, damit eine ausreichende Glättung des pulsierenden Gleichstroms gewährleistet ist.
Auf der anderen Seite muß er aber klein genug bleiben, damit die Spannung am USB-Eingang der Kamera ausreichend schnell wieder auf einen Wert sinkt, den die jeweilige Kamera als "USB-Off" ansieht.
Info: Zu groß dimensionierte Kondensatoren wirken an dieser Stelle leider auch wie ein unerwünschter "Akku" für den USB-Eingang der Kamera. Eine korrekte USB-Impulserkennung wird dann schwierig.

Wie groß muß dieser Kondensator nun dimensioniert werden, um alles in Gleichklang zu bringen?

1) Dafür gibt zwar Formeln, aber die brauchen genaue Werte dafür, welche max. Spannung das FB-Modul abgibt, ab wann die Kamera eine angelegte USB-Spannung als "USB Off" erkennt und wie groß der USB-Eingangswiderstand der Kamera ist.
Wichtig ist auch eine sinnvolle Zeitvorgabe für die Entladezeit des Kondensator, damit der Zustand "USB Off" an der Kamera möglichst schnell wieder erreicht werden kann.

Um es kurz zu sagen: kein einziger dieser Werte ist bisher bekannt :-(
Einzig für die Entladezeit des Kondensators von USB=On zu USB-Off am USB-IN der Kamera gibt es gewünschte Richtwerte, die m.E. bei etwa 0,1 Sek bis 0,2 Sek liegen sollten.

2) Darum habe ich diverse mögliche Konstellationen theoretisch durchgerechnet und miteinander verglichen.
Herausgekommen ist dabei folgendes:

Bitte teste alternativ erst mal einen Kondensator mit nur 4,7 MicroFarad (statt wie momentan 100 MicroFarad)!

Nach dann neuen USB-Testergebnissen von Dir können wir dann ja weitersehen und die nötige Kondensatorgröße ggfs. weiter optimieren.

Liebe Grüße
Werner_O
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Re: Funk-Türklingel - CHDK löst mehrmals aus

Beitragvon formyeyes » 05.06.2014, 22:35

Hallo !


So, nach ein paar Wochen Funkstille funktioniert meine Canon nun auch per Funkauslöser :D

Wie Ihr ja den vorigen Posts entnehmen könnt, waren meine Bastelversuche mit einer Funkklingel nicht wirklich von Erfolg gekrönt.
Also musste (für einen Techniklaien wie mich) was anderes her, und ich wurde in China fündig:

Eine Funkfernbedienung (wird auch unter "garage door remote" gelistet), Spannung von 3 - 5 V (Empfangsteil), also genau die Auslösespannung für CHDK.

Bezeichnung: "Micro Mini-sized Wireless Remote Control Switch DC3V 3.7V 4V 4.5V 5V Contactless Control System no noise Learning Momentary T"
Url: http://www.aliexpress.com/item/Micro-Mi ... 45809.html
Preis Euro 8,27 (Stand 06.2014)
Versandkosten: Euro 0, mit Tracking
Lieferzeit ca. 3 Wochen (daher auch meine Funkstille...)
Und ohne Risiko, da Käuferschutz angeboten wird :)

Ich betreibe den Empfänger mit 3 Mignonbatterien und mit dem Skript von Werner_O aus diesem Post.
Funktioniert alles zur vollsten Zufriedenheit.
Den kleinen Sender habe ich in ein größeres Gehäuse eingebaut, ausgelöst wird mittels normalen Unterputz-Lichschalter:

Bild


ACHTUNG ZUR INFO: Was beim Empfangsteil dieser Funkfernbedienung noch zu machen ist: Umstellen auf "Momentary" (das heisst der Empfänger gibt so lange Spannung aus solange der Schalter gedrückt wird, im Prinzip wie ein Taster), dafür ist eine Lötbrücke notwendig. Diese ist in der Beschreibung aber falsch angegeben, es müssen die Punkte "L" verbunden werden, nicht "M". Siehe dazu auch den Kommentar von Eduard E. in den Produktbewertungen "Everything OK! But the picture description reversed contacts MOMENTARY and LATCHED (momentary mode worked with contacts closed in bottom of board)"
Wenn das nicht gemacht wird, bleibt die Spannung so lange am Empfänger anliegen bis der Knopf wieder gedrückt wird.


Viel Spass beim Nachbauen, besonderen Dank an Werner_O für die Hilfe und Geduld & bis zum nächsten Mal !

Gruss
Udo
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