[Info] Schlechte DNG Qualität mit SX10

Benutzung und Hintergrundinformationen von CHDK-RAW/DNG-Dateien

Schlechte DNG Qualität mit SX10

Beitragvon Delphin » 21.09.2009, 11:04

Tag zusammen
Ich habe eine Reihe DNG-Fotos (Grösse ca. 14 MB) geschossen und musste feststellen, dass die Qualität gegenüber JPG (Grösse ca. 3 – 6 MB) in den Farben und der Schärfe schlechter ist. Auch das Nachbearbeiten mit RAW Therapee und XnView brachte keine deutliche Verbesserung. Meine Frage an die Spezialisten: Was mache ich falsch? Oder ist das einfach so mit der SX10?

Einstellung SL 3648x2736

Besten Dank für Euer Feedback
Viele Grüsse
Delphin

PS: Bei einigen DNG-Fotos wird auch am unteren Rand ein Stück abgeschnitten, obwohl dieser Fehler doch seit 12/08 behoben ist.
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Beitragvon Slartibartfaß » 21.09.2009, 19:43

Rohdaten zu bearbeiten ist in der Tat nicht ganz so einfach.
Und an die für die Kamera und Bilder optimierte kamerainterne Bildbearbeitung ranzukommen erfortert schon etwas Übung.
Am besten am Anfang immer mit den kameraeigenen Bilder vergleichen und gucken, was macht die Kamera, was machst du.

Meiner Meinung nach, wird das RAW zu sehr überbewertet.
Da wird sich viel Arbeit und Zeit investiert, um an die Ergebnisse der Kamera herranzureichen um die Bilder dann im jpg abzuspeichern.
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Beitragvon mangray » 21.09.2009, 20:38

Hi

Du hast natürlich grundsätzlich recht wenn man das Bild so verwendet
wie es ist.
Wenn man aber das Bild bearbeiten will, warum auch immer, dann
ist ein schon komprimiertes Bild die schlechteste Ausgangsbasis.

nice day
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Beitragvon roland71 » 22.09.2009, 02:56

Ich sehe das Problem nicht.

Bei HDR ist RAW hier defintiv die bessere Wahl, Farbtreuer & "Rauschärmer" im Ergebnis.
Bei vergurkten ( hier meist unterbelichtet ) Bildern kann man aus dem
RAW- Abbild mehr retten.

Für normale Szenarien reicht meist das,was die SX als JPG liefert -
wäre auch traurig wenn es anders wäre. :D Jedoch, beruhigend wenn die
Rohdaten zur Hand sind - auf dem Monitor oder gar Ausdruck sieht es des öfteren
anders aus als auf der Rückseite der Kamera. :)


Hier: RAW = .DNG, Mittelwert ; Badpixel unter normalen Umständen erstellt.

Für HDR´s nutze ich Photomatix, vergurktes muss Lightroom richten.
RAW Therapee muss ich mal gelegentlich testen, ist ja wieder einiges passiert seit
meinem letztem Test. :!:

Gruß
roland71
 

Beitragvon Delphin » 22.09.2009, 12:05

Vielen Dank für Eure Beiträge.
Das mit dem grossen Aufwand kann ich unterstreichen. Was die Kamera intern alles anstellt weiss ich nicht, sie macht es jedenfalls besser als ich. Meine Erfahrung ist, je mehr man "optimiert" umso schlechter wird das Ergebnis. Ich hatte mir eigentlich mehr von der Bearbeitung der RAW-Dateien versprochen.

Viele Grüsse
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Beitragvon derandi » 24.09.2009, 09:28

Auf heise.de unter der Rubrik Foto ist ein Artikel über RAW-Bilder. Soweit ich mich erinnere, ist er noch nicht vollständig, d.h. der zweite Teil steht noch aus. Ich denke, es lohnt sich, sich erst einmal ein wenig einzulesen.

Mit DNG habe ich noch nichts gemacht, aber die wenigen RAW-Bilder, die ich ausprobiert habe, mußte ich ziemlich lange nacharbeiten, wobei ich RawTherapee und RPP verwendet habe. Letzteres hat etwas bessere Ergebnisse gebracht, kann aber insgesamt weniger.

Ich habe:
- Das Bild beschnitten, dann
- einen manuellen Weißabgleich gemacht und dann
- am Kontrast und Gamma rumgedreht,

bis das Bild so ähnlich war wie die von der Kamera erzeugte Jpeg-Datei. D.h. ich habe die Bilder immer direkt verglichen. Im Ergebnis war die vom RAW erzeugte Jpeg-Datei schärfer, zeigte mehr Details, und die Farben waren etwas natürlicher. Der Zeitaufwand war aber auch nicht unerheblich, was aber auch an meiner mangelnden Erfahrung liegt (So, jetzt drehe ich mal hier und schau, was passiert, oh, Bild schlechter, zurückdrehen, anderen Regler, ...). Die höhere Schärfe hätte ich vermutlich auch in der Kamera erreichen können, mit dem Modus "superfein", das habe ich noch nie ausprobiert.

Nachtrag: Hier der Recht, äh, Link: http://www.heise.de/foto/Raw-Entwicklung-Rohkost-fuer-Feinschmecker--/artikel/145514
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Beitragvon mangray » 24.09.2009, 14:38

Ich habe die besten Erfahrungen mit Adobe Lightroom gemacht.
Ich finde die Bedienung einfach und die Ergebnisse sind super.

nice day
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Beitragvon elektronikfreak » 26.09.2009, 16:28

Delphin hat geschrieben:...Ich hatte mir eigentlich mehr von der Bearbeitung der RAW-Dateien versprochen.

Ich glaube, das ist genau der Punkt - man muss sich erst mal klarmachen, was man von der RAW-Entwicklung (im Vergleich zum JPG) erwarten kann und was nicht.

Außerdem muss man berücksichtigen, dass das JPG aus der Kamera mehr auf ein gutes Erscheinungsbild optimiert ist als auf möglichst wirklichkeitsgetreue Wiedergabe. Für die Farben heißt das, dass die Farbsättigung meist etwas erhöht ist. Zur Verbesserung der Schärfe werden nicht einfach nur feine Strukturen scharfgezeichnet (dies würde das Rauschen erhöhen), sondern die Software versucht Kanten und Strukturen im Bild zu erkennen, um speziell diese scharf herauszuzeichnen. In vergrößerter Ansicht erscheint die Kontur heller Objekte dadurch oft wie mit einer dunklen Linie außen herum nachgezeichnet. Ähnlich ist es bei der Rauschunterdrückung, die versucht, einfarbige Flächen und allmähliche Tonwertübergänge zu erkennen und dort das Rauschen zu unterdrücken, während scharfe Konturen verschont bleiben.
Dies alles führt dazu, dass das JPG auf den ersten Blick sehr scharf, knackig und trotzdem fast rauschfrei erscheint.
Das Ganze hat aber, wenn man wirklich genau hinsieht, seinen Preis: feine, kontrastarme Strukturen erscheinen oft "verschmiert", weil die Software sie für Rauschen hält, einzelne, kontrastreiche Strukturen werden durch die Schärfung unnatürlich überzeichnet. Ob das ein Problem ist oder nicht, hängt natürlich stark vom Bildinhalt ab.
Aus meiner Sicht kann man mit RAW-Beabeitung vor allem in folgenden Fällen deutliche Verbesserungen erzielen:
- Wenn Details im JPG überzeichnet oder verwischt erscheinen
- Wenn das JPG (leicht) überbelichtet ist
- Wenn dunkle Bildpartien "absaufen" (ganz schwarz erscheinen)
- Wenn der Weißabgleich danebengegangen ist

Bei einem gut gelungenen JPG ist es dagegen kaum möglich, durch RAW-Entwicklung große Verbesserungen zu erzielen. Im Gegenteil, oft erfordert es schon einige Mühe, auch nur an das JPG-Ergebnis heranzukommen.

Außerdem sollte man im Hinterkopf behalten, dass auch der benutzte RAW-Konverter eine durchaus relevante Rolle spielt. Das betrifft vor allem den Demosaik-Algorithmus. Dieser hat folgende Aufgabe:
Bei einem Sensor mit z.B. 7 MPixel ist dies die Summe der roten, grünen und blauen Pixel, also bei gleichmäßiger Aufteilung nur 2,33 MPixel pro Farbe. Beim fertigen Bild soll aber jedes Pixel jede beliebige Farbe annehmen können. Am einfachsten wäre es, immer drei Sensorpixel (rot, grün, blau) zu einem Bildpixel zusammenzufassen, aber dann hätte das Bild eben nur 2,33 MPixel. Um dennoch auf 7 MPixel zu kommen, muss man die Helligkeit und Farbe für jeden Bildpunkt aus den benachbarten Pixeln schätzen. Das kann bei feinen Strukturen, z.B. bei Linien, die nur 1 oder 2 Pixel breit sind, sehr schwierig sein, zumal gerade bei Kompaktkameras auch noch Rauschen im Spiel ist. Schräge Linien erscheinen dann oft treppenartig, oft sieht man auch schachbrettartige Hell/Dunkel-Muster, wenn man genau hinsieht. Dies soll der Demosaik-Algorithmus möglichst verhindern.

Ich habe mal Lightroom mit RawTherapee verglichen, dabei kam heraus, dass zumindest mit der A710IS alle in RawTherapee verfügbaren Demosaik-Algorithmen deutlich schlechtere Ergebnisse bringen als Lightroom, außerdem ist mehr Rauschen zu sehen. Solche Probleme machen sich natürlich verschärft bemerkbar, wenn man das Bild nachschärfen möchte.
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Beitragvon fe50 » 28.09.2009, 14:22

@elektronikfreak - Bravo, gut ausgeführt !
@msl - könntes't das doch als "Einleitung" beim RAW-Thema ins Handbuch aufnehmen ;)
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Beitragvon msl » 28.09.2009, 15:12

fe50 hat geschrieben:@msl - könntes't das doch als "Einleitung" beim RAW-Thema ins Handbuch aufnehmen ;)


Erledigt! :D Ist beim nächsten Update online.

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Beitragvon Delphin » 29.09.2009, 10:30

Hi Leute
Die ausführlich beschrieben Fakten von elektronikfreak und derandi (besten Dank dafür), sind auch meine Erfahrungen, die ich mit der RAW-Bearbeitung gemacht habe.
Viel Aufwand mit mässigem Erfolg!

Ich werde es wohl auch einmal mit Lightroom versuchen, hoffe dass die Ergebnisse besser werden.

Viele Grüsse und weiterhin "gut knips"
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Beitragvon derandi » 29.09.2009, 13:50

a propos "demosaicing": Der Autor von RPP hat ein paar Beispiele aufgeführt, in denen sein Programm mit anderen verglichen wird, bzw. die jeweiligen Ergebnisse. Logischerweise kommt bei diesen Beispielen sein eigenes Programm besser weg, etwas anderes würde man nicht erwarten, dennoch fand ich die Bilder nicht uninteressant: http://www.raw-photo-processor.com/RPP/Examples.html

Man kann zumindest sehen, wie aus derselben (!) CRW-Datei ganz unterschiedliche Ergebnisse entstehen.
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Beitragvon roland71 » 10.10.2009, 14:11

Hier übrigens ein Beispiel, das JPG war Zappenduster und wäre
normalerweise gelöscht worden. Einmal durch Lightroom gejagt,
Autokorrektur (!) und schon ist es imho wieder brauchbar.

Zumindest finde ich das... ;)

http://static.panoramio.com/photos/original/25717517.jpg

*edit*
War zwar nicht die SX, bei der A sehen die Ergebnisse ( JPG vs RAW )
nicht viel anders aus.

Gruß
roland71
 


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