[Info] Wichtige Informationen im Umgang mit RAW-Bildern

Benutzung und Hintergrundinformationen von CHDK-RAW/DNG-Dateien

[Info] Wichtige Informationen im Umgang mit RAW-Bildern

Beitragvon CHDKLover » 03.10.2007, 16:07

Hi Leute,
hab mich noch mal genauer mit der RAW-Files beschäftigt, die man durch das CHDK erhält.
So weit ich weiß, sind in allen A-Modellen nur ein 10-Bit Analog-Digital-Wandler verbaut (1024 Unterschiede pro Farbkanal). Somit haben diese Files nur eine eingeschränkte Kompatibilität zu standard Bildbearbeitungstools, da RAW-Files normalerweise eine Farbtiefe von 12-Bit haben (4096 Unterschiede pro Farbkanal). Aktuelle Profikameras von Canon (EOS 40D) haben sogar schon einen 14-Bit A/D-Wandler bekommen (kann bis zu 16348 Farbunterschiede pro Farbkanal berechen). Was zwar für eine noch feinere Farbabstufung sorgt, doch wiederum die Kompatibilität zu Bearbeitungsprogrammen einschränkt. Im Vergleich zu JPEG-Bildern die mit 8-Bit pro Farbkanal auskommen müssen, also nur 256 Unterscheidungen haben, ist ein RAW-Bild wesentlich Detailgetreuer.
Ein weiterer Punkt der bei der RAW-Fotografie zu beachten ist, ist, dass der Bildsensor helle Stellen (Lichter) im Bild stärker differenziert als dunkle (Tiefen). Lichter nehmen 50% und Tiefen nur 1,5625% :!: der zur Verfügung stehenden Farbtiefe ein. (bei A-Modellen bedeutet das zum Beispiel eine Abstufung von 512 hellen und nur 16 dunklen Farbnuancen pro Farbkanal, die restlichen 496 Unterscheidungen die der A/C-Wandler aus den Sensorinformationen berechnen kann, verteilen sich auf die Mitten). Das hat zur Folge das RAW-Bilder besser Überbelichtet aufgenommen werden sollten und dann mit Hilfe des RAW-Konverters die Überbelichtung ausgeglichen (rückgängig) gemacht werden sollte, um realistische Tiefen zu erreichen.
Man sollte vorher unbedingt überlegen, ob man das Bild auch im RAW-Format benötigt, da es recht viel Zeit und Speicherplatz in Anspruch nimmt. Will man zum Beispiel ein Bild von einem wolkenlosen Himmel machen, reicht in der Regel eine Farbtiefe von 8-Bit (JPEG) aus.

Für weitere Informationen empfehle ich diese Quelle

Wenn ihr noch Ergänzugen oder eigene Erfahrungen habt, schreibt sie ruhig. Ich freu mich.
Bis bald
Zuletzt geändert von CHDKLover am 03.04.2009, 09:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wichtige Informationen im Umgang mit RAW-Bildern

Beitragvon Wh1sper » 19.08.2008, 17:33

CHDKLover hat geschrieben:Man sollte vorher unbedingt überlegen, ob man das Bild auch im RAW-Format benötigt, da es recht viel Zeit und Speicherplatz in Anspruch nimmt. Will man zum Beispiel ein Bild von einem wolkenlosen Himmel machen, reicht in der Regel eine Farbtiefe von 8-Bit (JPEG) aus.

Wenn ihr noch Ergänzugen oder eigene Erfahrungen habt, schreibt sie ruhig. Ich freu mich.
Bis bald

Zum Zeitbedarf:
Ich habe seit gestern eine schnelle 2GB SD-Karte, die Geschwinigkeit ist nun subjektiv mit RAW in etwa so schnell, wie mit der alten !GB Karte nur JPEG. Das, obwohl etwa die 6 Fache Datenmenge schrieben wird (Jpeg gibt es parallel ja auch noch)
Also unbedingt auf schnelle Speichermedien achten, es lohnt sich!
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Re: Wichtige Informationen im Umgang mit RAW-Bildern

Beitragvon elektronikfreak » 21.05.2009, 20:04

CHDKLover hat geschrieben:...Das hat zur Folge das RAW-Bilder besser Überbelichtet aufgenommen werden sollten und dann mit Hilfe des RAW-Konverters die Überbelichtung ausgeglichen (rückgängig) gemacht werden sollte, um realistische Tiefen zu erreichen...

In dieser Allgemeinheit würde ich das nicht bestätigen. Zumindest bei meiner A710 ist das, was im "Zebra"-Modus als überbelichtet angezeigt wird, dann aber auch wirklich "am Anschlag", d.h. im RAW-Konverter nicht wiederherstellbar. Dunkle Partien dagegen können meist recht gut korrigiert werden, auch wenn sich dort dann verstärktes Rauschen zeigt. Da mich das Rauschen sehr viel weniger stört als Bereiche ohne Helligkeits- und Farbabstufungen, habe ich mir angewöhnt, Überbelichtung in allen auch nur halbwegs bildwichtigen Bereichen konsequent zu vermeiden.

Gruß

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Raw-Belichtung

Beitragvon bugdoll » 22.05.2009, 22:57

Eine gute RAW-Belichtung wirkt fast immer zu hell und reizt das Histogramm extrem weit nach rechts bis FAST zum Anschlag aus.

Wer eine Graukarte fotografiert, ganz gleich ob im JPG, im 10-, 12- oder 14-Bit Modus erhält die Graukarte normalerweise ganz brav in der Mitte des Histogramms.

Das heißt 18% landen in der Mitte und bitte wo sind die restlichen 72%. Eben: Ganz rechts.

Von Feld zu Feld verdoppelt sich beim linearen Histogramm der Wert. Die hellen und tollen Feinheiten finden sich im letzten rechten Feld. Da außerdem die meisten RAW-Entwickler links mehr auslesen als im Histogramm angezeigt (Light Zone beispielsweise 8 EV) macht das nach rechts Belichten - ohne Überlichten - einfach Spaß und liefert den hellen Bildteilen feinste Details.

Wer bis dahin belichtet, hat auch garantiert weniger Rauschen.
Also einfach mehr mit dem Histogramm kontrollieren und dann sind 10 oder 12-Bit ausreichend. Ja selbst der Informationsgehalt bei JPG ist größer und weniger RAUSCHEN.
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Re: Raw-Belichtung

Beitragvon elektronikfreak » 23.05.2009, 18:14

Anscheinend beziehst du dich auf eine bestimmte Software zur RAW-Konvertierung. Wie ein "frisch konvertiertes" RAW am Bildschirm dargestellt wird und was im Histogramm anzeigt wird hängt aber sehr stark von der verwendeten Software ab. Ich verwende "RawTherapee", dort erscheint das Bild nach dem Öffnen der RAW-Datei praktisch nie "zu hell", sondern fast immer "richtig belichtet" und mit "richtigem Kontrast", weil mit den Default-Einstellungen die Umsetzung der Helligkeitswerte automatisch an die Helligkeitsverteilung der RAW-Datei angepasst wird. Und das Histogramm zeigt dort nicht die Tonwertverteilung der RAW-Datei, sondern die des Ausgangsbildes (die sich mit den aktuellen Einstellwerten ergeben würde).

Wenn ich deine Kernaussage mal mit einfachen Worten zusammenfassen darf: Die ideale Belichtung ist die, bei der gerade eben noch keine Überbelichtung auftritt. Damit erhält man gleichzeitig ein besseres JPG.
Da kann ich dir nur zustimmen, das ist ja auch geradezu ein allgemeines Prinzip jeglicher Signalverarbeitung, egal ob analog oder digital, Audio oder Video.

Meine Aussage, ebenso kurz, war: Wenn bildwichtige Partien überbelichtet sind, ist das Bild unbrauchbar.

CHDK-Nutzer können einfach den "Zebra-Modus" aktivieren, dann werden überbelichtete Bereiche bereits in der Vorschau blinkend angezeigt.

Gruß

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Zu helles Raw-Bild

Beitragvon bugdoll » 23.05.2009, 21:12

Gratuliere, denn dann gehörst du zu den wenigen, die ein Histogramm lesen, interpretieren und richtig einsetzen können.

Sorry, wenn es nicht deutlich genug war: Ich habe vom Fotografieren und der Kontrolle durch das Histogramm geschrieben und nichts von der Betrachtung und Bearbeitung mit der Software.

Sehr viele Fotografen beurteilen ihr Bild und die Stimmung am Monitor und eine bis zum rechten Rand ausgereizte Belichtung wirkt fast immer auf dem normalen Kameradisplay einer D-SLR "stimmungsmäßig " zu hell, bei den Sucherkameras und den hier verwendeten wird diese Helligkeit " genau wie bei Live-View angepasst2

PS. Realität: Habe erst gestern wieder einen Fotografen getroffen, der bei seiner Nikon 700D das Histogramm und die "Zebra-Anzeige" ausgeschaltet hat, weil ihn das nervt.

Danke für den Kommentar
E.B.
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