G15 - natives oder CHDK RAW?

Benutzung und Hintergrundinformationen von CHDK-RAW/DNG-Dateien

G15 - natives oder CHDK RAW?

Beitragvon mülli » 02.10.2014, 23:19

Hallo,

ich besitze eine G15-100e mit der experimentellen Version vom 30.09.. Bisher fotografiere ich überwiegend in JPG, da ich aber gerne mal mit Stacking von Sternenaufnahmen experimentieren würde, möchte ich hierzu RAWs verwenden, die ich wahrscheinlich mit http://chdk.wikia.com/wiki/Meteor_Inter ... Management erstellen werde. Wenn ich bei dem Script RAW wähle, werden zusätzlich zu den JPGs DNG-Dateien geschrieben. Da die G15 ja von Hause aus auch RAW im Canon-eigenen Format schreiben kann, würde mich interessieren, ob es bessser ist, die Kamera einfach auf RAW+JPEG zu stellen, oder hat das CHDK-DNG irgendwelche Vorteile? Muss ich generell bei Kameras, die nativ RAWs schreiben können, eine Badpixel.bin erstellen?
Ich habe im Moment relativ wenig Zeit und würde gerne das klare Wetter morgen nutzen, um Abends mal ein paar Testaufnahmen zu machen. Was Intervalometer-Scripts betrifft, so hat man ja die Qual der Wahl ;-). Gibt es in dem Zusammenhang etwas besonders empfehlenswerte, z.B. ein Script, bei dem man sagen wir mal 20 Aufnahmen machen kann und dann direkt automatisch 3 Darkframes im Anschluss (bei dem Meteor-Script werden die Darkframes ja dazwischengeschoben)?

Besten Dank im voraus und viele Grüße,
Christoph
mülli
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Re: G15 - natives oder CHDK RAW?

Beitragvon Werner_O » 03.10.2014, 00:10

Hallo Christoph,

Muss ich generell bei Kameras, die nativ RAWs schreiben können, eine Badpixel.bin erstellen?

Die Badpixel.bin ist nur für von CHDK erzeugte DNG-Dateien in DNG-Version 1.1 notwendig.

Das native RAW-Format Deiner Kamera hat das Problem, daß solche Bilder nur sinnvoll von solchen Programmen geöffnet werden können, die über einen speziellen RAW-Importfilter für genau Deine Kamera verfügen.
Bei der alternativen Verwendung von DNG (etwa in v1.1) statt Camera-RAW durch CHDK wächst die Anzahl möglicher Programme für die nachträgliche Bildbearbeitung beträchtlich an, da DNGs im Gegensatz zu Bildern im nativen RAW-Format genormt sind und keine speziellen RAW-Importfilter mehr brauchen.

Bei Verwendung von DNG-Version 1.3 wird die Badpixel.bin ignoriert.
Allerdings sind solche Bilder m.W. nur noch von einem halbwegs aktuellen Adobe Photoshop/Lightroom sinnvoll zu öffnen.

Fazit:
Die beste RAW/DNG-Einstellung hängt wesentlich von Deinem präferierten Nachbearbeitungsprogramm ab.
CHDK-DNG-Aufnahmen in DNG-Version 1.1 können dabei noch von recht vielen Programmen sinnvoll geöffnet werden und bieten somit die größte Formatunterstützung (etwa für das kostenlose aber trotzdem sehr mächtige Programm "RawTherapee").

Liebe Grüße
Werner_O
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Re: G15 - natives oder CHDK RAW?

Beitragvon mülli » 03.10.2014, 11:05

Vielen Dank für die Rückmeldung! Der Kamera lag als RAW-Entwickler Digital Photo Professional bei, damit kann ich zumindest schonmal arbeiten. Werde mir auch mal den Adobe DNG-Converter herunterladen und ausprobieren. Stacken werde ich die Bilder vermutlich mit DeepSkyStacker oder Fitswork - habe bisher mit beiden Programmen keinerlei Erfahrung. In der Anletung von DeepSkyStacker steht, dass man am besten unbearbeitete RAWs zu Stacken verwenden. Dabei stellt sich mir allerding die Frage, inwieweit die Software Objektivkorrekturen vornehmen kann. Beide Stacker verwenden zum RAW-Import DCRAW, welches die G15 auf jeden Fall unterstützt.
Ich werde wahrscheinlich der Einfachheit halber erstmal die "internen" RAWs verwenden und sie dann ggfs. mit der Canon-Software entwickeln. Das Thema mit der Objektivkorrektur würde mich noch interessieren, sind diesbezüglich schon Daten in den CR2-Dateien vorhanden, die ein kompatibler RAW-Konverter auswerten kann, oder muss das jeweilige Proramm explizite Profile zu Korrektur der Verzerrungen haben?

Beste Grüße und vielen Dank für die Unterstützung,
Christoph
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Re: G15 - natives oder CHDK RAW?

Beitragvon erfi00 » 03.10.2014, 14:06

Hallo Christoph,
da die G15 bereits ohne CHDK-Installierung RAW an Bord hat, ist CHDK nicht zwingend nötig um RAWs zu speichern. Das ist bei vielen kleineren und älteren Canon-Kameras anders, so auch bei meiner SX230.
Ich würde der Empfehlung von Werner zustimmen und bei Gelegenheit mal RAW-Therapee probieren. Gibt es als 32- und 64-bit Version. Habe damit selbst sehr gute Erfahrungen gemacht und nutze es ständig. Ein sehr gutes und umfangreiches Werkzeug zur Entwicklung von RAW-Dateien, das ständig weiterentwickelt wird.
Ich hatte mal kurz die G15 zum Testen. Mit den CR2-Dateien der G15 kommt RAW-Therapee gut zurecht, das DNG-Format ist also nicht unbedingt erforderlich. Auch die automatische Verzeichnungskorrektur klappt.

Viele Grüße
Jens
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